Der Widerstand gegen Hitler

Mit der Neuveröffentlichung von Adolf Hitlers Hetzschrift „Mein Kampf“ durch das Team um den Historiker Christian Hartmann vom Institut für Zeitgeschichte, die auch international für ein großes Echo sorgte, ist auch die Frage zurück, warum so viele Deutsche Hitler und seinen Schergen so lange folgen konnten, wo doch in seinem Machwerk all seine Pläne und sein Wahnsinn schon früh enthüllt waren. Des Weiteren verbindet sich damit auch die Geschichte jener, die anders dachten, die teilweise früh verstanden, dass Hitler Deutschland in den Untergang führen würde. Um diese soll es in dieser Artikelserie gehen.

Menschen konnten sich in unterschiedlicher Weise gegen Hitler auflehnen. Im privaten, zivilen Leben und im Militärischen.

Ziviler Widerstand gegen Hitler

Widerstand gegen das NS- Regime konnte im Zivilleben verschiedenste Formen annehmen. Es gab den passiven Widerstand, der seinen Ausdruck in der Ignoranz der Rituale des Regimes finden konnte.  Sehr plastisch geschildert wird dies von dem deutschen Emigranten Sebastian Haffner in seinem Buch „Geschichte eines Deutschen“. Dort schreibt er davon, wie er sich in Hauseingänge verdrückte um den Hitlergruß zu vermeiden, wenn die SA Soldaten im Marsch vorbeikamen. Von dieser passiven Form des Widerstand erzählt auch der Hitler Biograph Joachim Fest in seine Buch „Ich Nicht„. Ziviler Widerstand konnte aber natürlich auch aktive Formen annehmen, die sich etwa in dem Bombenattentat des Georg Elser oder der mutigen Aktion der Geschwister Scholl und ihrer Freunde manifestierte.

Der militärische Widerstand gegen Hitler

Widerstand gegen die Verbrechen der Nationalsozialisten gab es in der gesamten Wehrmacht. Wenn auch das Argument vom „Befehlsnotstand“ in der Nachkriegszeit häufig als Argument vorgeschoben wurde, warum der einzelne Soldat sich nicht gegen die Verbrechen auflehnte, gab es Männer auch in den niedrigen Dienstgraden, die das ihre taten um Juden zu retten und Verbrechen zu verhindern. Unter den Menschen, die vom israelischen Staat in der Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern geehrte wurden, befinden sich etwa 40 bis 45 Wehrmachtsoldaten.

In höheren Rängen des Militärs hatte sich früh Widerstand gegen Hitler formiert. Zum ersten Mal greifbar wurde er in der Septemberverschwörung von 1938, als hohe Militars um Generalstabschef Franz Halder Hitler in der Reichskanzlei töten wollten, sollte er nach der Münchner Konferenz gegen alle internationalen Vereinbarungen in der Tschecheslowakei einmarschieren. Exemplarisch für viele weitere Versuche Hitler aus dem Weg zu räumen, scheiterte das Vorhaben an externen Faktoren – in diesem Fall des Einlenkens des britischen Premiers Chamberlain auf der Konferenz von München. Doch der „Geist von Zossen„, wie Hitler das widerständige Denken derjenigen Männer im Hauptquartier des Generalbstabs in Zossen nannte, existierte weiter. Die Gruppe um Claus Graf Schenk von Stauffenberg und Henning von Treschkow unternahmen mehrere Versuche Hitler zu töten. Diese kulminierten im 20. Juli 1944, wo Stauffenberg eine Bombe in Hitlers Wolfsschanze deponierte und die Operation „Walküre“ das NS Regime stürzen sollte.

In Kürze folgen weitere Beiträge zum zivilen und militärischen Widerstand gegen Hitler.

Motive für den militärischen Widerstand

Der 20. Juli 1944 und die Vergangenheitsbewältigung in der Bundesrepublik Deutschland

Die politische Sozialisation des militärischen Widerstands

 

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Ein Gedanke zu “Der Widerstand gegen Hitler

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