Die Flüchtlingswelle stoppen- nur wie?

Anfang des Jahres rechnete man mit 400.000 Flüchtlingen. Vor einiger Zeit ging man dann von 800.000 Flüchtlingen aus. Mittlerweile steht die Zahl von 1.500.000 Flüchtlingen im Raum. Für viele scheint das Land am Limit zu sein. Die Situation ist kurz davor, außer Kontrolle zu geraten. Bald wird die Situation besonders prekär werden. Denn bald wird es kalt.

Doch wie kann man dieser Situation Herr werden? Wo sollen die ganzen Flüchtlinge hin, die momentan noch in Zelten leben? Wie überzeugt man die Menschmassen, die momentan auf dem Weg nach Europa und besonders nach Deutschland sind, dass hier kein Platz mehr für sie ist.

Die Bundesregierung und ihre europäischen Partner scheinen darauf offensichtlich keine so richtige Antwort zu haben. Man will mehr Raum für Flüchtlinge in der Türkei schaffen und diese so besser versorgen. Aber was ist mit den Flüchtlingen aus Lybien? Und mit den Flüchtlingen aus anderen Ländern wie Pakistan und Afghanistan?

Aber wirklich stoppen wird das den Flüchtlingsstrom kaum. Es hilft auch nicht, Flüchtlingsströme umzuleiten und sie in andere europäische Länder zu verteilen. Viele, besonders die kleineren Staaten, wie Kroatien, haben auch nicht die Ressourcen, um mit den Flüchtlingen umzugehen.

Die einzige Chance, die Flüchtlingswelle zu stoppen, ist ein entschiedenes Eingreifen in den Kriegsgebieten, aus denen die meisten Flüchtlinge zu uns strömen. Das Problem ist nur, dass die Europäer das nicht wollen. Aber so werden Sie auch das Problem nicht lösen. Die Kriege sind für Europa wie ein offener Wasserhahn. Genauso wie das Wasser erst aufhört zu fließen, wenn man den Hahn zudreht, wird auch der Flüchtlingsstrom erst enden, wenn im Nahen Osten wieder eine Situation des Friedens herrscht. Europa scheint den Hahn aber lieber weiter laufen zu lassen, als vehement an seiner Schließung zu arbeiten.

Dafür gibt es natürlich gute Gründe. Denn der Konflikt in Syrien ist tatsächlich zu kompliziert, um dort mit noch Militär einzugreifen. Vor allem weil man sich selbst darüber uneins ist, auf welcher Seite man eingreifen soll. Im Irak gibt es wenigstens noch einen klaren Gegner, den man bekämpfen kann. Aber der Kampf würde lange dauern und ob er endgültig zu gewinnen ist, steht dahin. In Lybien scheint die Situation bald ähnlich zu sein, wenn man es zulässt, dass auch dort der IS immer mehr an Boden gewinnt.

Früher war eine Flüchtlingswelle ein Phänomen von gewisser Dauer. Der Flüchtlingsstrom dauerte etwas, dann hörte er aber auch auf, weil der Krieg letztlich vorbei war, weil eine der Parteien gewonnen hatte. Heute ist das leider viel schwieriger. Deswegen wird sich Europa entscheiden müssen. Entweder man wagt eine offensivere Außenpolitik und schafft wieder eine sichere Heimat für viele Flüchtlinge. Oder man lässt sich vom internationalen Terrorismus seine Politik diktieren  und stellt sich die nächsten 10-15 Jahre der Aufgabe permanenter Flüchtlingsströme.

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