Der 20. Juli 1944 – ein europäischer Erinnerungsort und der Euro

Am 20. Juli 1944 verübte Claus Graf Schenk von Stauffenberg ein Bombenattentat auf Hitler. Hinter ihm stand ein großer Kreis von Verschwörern, die den Plan zur Mobilisierung des Ersatzheeres „Walküre“ nutzen wollten, um per Staatsstreich das Hitler- Regime abzulösen. Der Anschlag scheiterte aber und sein Datum dient heute nicht nur zur Erinnerung an alle, die sich Hitler entgegenstellten.

Es ist auch ein deutscher und europäischer Erinnerungsort. Ein Datum in dem sich das nationale Bewusstsein auf ganz besondere Weise widerspiegelt. Bundespräsident Theodor Heuss nutzte seine Rede zum 10jährigen Jahrestag des 20. Juli dazu, um die deutsche Nation zu versöhnen. Er stellte die Attentäter um Stauffenberg in seiner brillanten Rede in eine Linie mit dem preußischen General Johann Friedrich Adolf von der Marwitz. Dieser hatte dem Befehl Friedrich des Großen widerstanden das Jagdschloss Hubertusburg bei Leipzig zu plündern. Er nahm in Kauf bei Friedrich dem Großen in Ungnade zu fallen. Auf seinem Grabstein stand dann auch der Satz:

„Wählte Ungnade, wo Gehorsam nicht Ehre brachte“.

Mit seinem Vergleich von von der Marwitz und den Männern um Stauffenberg stellte Heuss den Widerstand als etwas dar, was zur adligen Tradition gehörte und wollte den deutschen Adel, der durch seine Kollaboration mit dem NS System schwer in der Kritik stand, in eine Reihe mit widerständigen Soldaten bringen und so das Volk miteinander versöhnen.

Der 20. Juli 1944 als Erinnerung gegen Denkverbote

Der 20. Juli 1944 lehrt uns, sich kritisch mit dem Handeln der Regierung auseinanderzusetzen und wenn man die Politik ablehnt, dieses auch kund zu tun. Wie es letzten Freitag auch 60 Mitglieder der CDU taten, darunter auch Hans Georg von der Marwitz, tatsächlich ein Nachfahre Johann Friedrich Adolfs von der Marwitz. Die Frage ob man ein weiteres Sparpaket für Griechenland schnürt, oder den Griechen einen geordneten Ausstieg aus dem Euro ermöglicht, ist höchst umstritten. Die einen sehen es als ultima ratio ein, Griechenland im Euro zu halten. Denn wie Angela Merkel stets betonte:

„Scheitert der Euro, dann scheitert Europa“
Angela Merkel

Andere sehen den Grexit als die bessere Lösung. Denn dann könnte Griechenland abwerten und vielleicht schneller und mit weniger Leid in der Zivilbevölkerung aus der Krise kommen. Aber offengestanden weiß keiner so genau, was die richtige Lösung ist. Denn die volkswirtschaftlichen Auswirkungen von beiden Wegen sind in unser globalisierten und total vernetzten Welt schlecht vorrauszusehen. Es könnte sein, dass der Grexit sogar noch teurer wird, als ein weiteres Rettungspaket. Deswegen ist es wichtig stets alle Seiten im Blick zu haben und nicht nur in eine Richtung zu denken. Man muss an der besten Möglichkeit arbeiten, die einerseits Griechenland reformiert aber auch verhindert, dass zu viele Menschen leiden.

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