PEGIDA’s Probleme und unser Problem mit PEGIDA

PEGIDA ist momentan omnipräsent in den Medien. Es wird abzuwarten bleiben, wie sich das schreckliche Massaker in Paris, begangen von radikalen Islamisten auf ihre nächste Demonstration am Montag auswirken wird. Denn die Bluttat zeigt leider deutlich, welche Bedrohung radikaler Islamismus für unsere liberale Gesellschaft darstellt.

Dadurch hat PEGIDA aber trotzdem nicht Recht, mit dem sie was fordern. Denn eine Islamisierung weder Deutschlands noch Europas ist im Gange. Die Muslime in Deutschland machen gerade 4 Millionen unserer christlich geprägten Bevölkerung aus. Und es gibt auch keinen Hinweis darauf, dass sich das ändern wird.

Unklare Ziele

PEGIDA’s Problem ist ferner, dass sie niemand so recht versteht, warum diese Menschen überhaupt zusammen auf die Straße gehen. Ihr im Internet veröffentlichtes Positionspapier ist, wenn man sich ihr Hauptziel, als eine Bewegung gegen die Islamisierung des Abendlandes, also der Kampf gegen die Islamisierung des Westens vor Augen führt, verwirrend. Denn darin geht es hauptsächlich um Asylpolitik. Sie schreiben, dass sie für eine Aufnahme von Kriegsflüchtlingen sind. Dass sie dafür sind, das die Asylbewerber in der Mitte unserer Gesellschaft Unterkünfte bekommen und nicht in irgendwelchen Heimen. Sie wollen weiter straffällig gewordene Asylbewerber schneller abschieden.

Schutz christlich-jüdisch geprägter Abendlandkultur

Ihr Hauptposition kommt einzig in den Artikeln 13 und 15 ihres Positionspapier zum Ausdruck. Da heißt es:
PEGIDA ist FÜR die Erhaltung und den Schutz unserer christlich – jüdisch geprägten Abendlandkultur! Was jetzt dabei allerdings genau damit gemeint ist, wird nur in Ansätzen erwähnt. In Artikel 15heißt es: PEGIDA ist GEGEN das Zulassen von Parallelgesellschaften/Parallelgerichte in unserer Mitte, wie Sharia – Gerichte, Sharia – Polizei, Friedensrichter usw. Gegen diese Parallelgesellschaften sind wir gewiss alle. Aber wir sprechen hier, wenn es denn überhaupt Fälle davon gibt, von Einzelfällen. Das Aufreten der Sharia Polizei war eine einmalige Erscheinung in Wupptertal. Sharia Gerichte scheinen durchaus ein Problem zu sein, dass es zu bekämpfen gilt. Allerdings keine Problem, dass die Mehrheit der Deutschen, also die christliche Bevölkerung betrifft und unseren Staat islamisieren könnte. Parallelgesellschaften entstehen häufig dort, wo Menschen sich nicht integrieren oder nicht integriert werden. Diesen beidseitigen Prozess müssen wir fördern wo wir können, müssen aber die Bereitschaft dazu auch von Einwandern erwarten können. Diese Forderungen von PEGIDA sind durchaus nicht verkehrt, aber sie sind getrieben von einer übertriebenen Angst.

Verschiedene Interessen

Weiterhin ist dieses Positionspapier nicht das, was die Demonstranten der PEGIDA Bewegung eint. Denn dort scheinen auch Menschen mitzulaufen, die ganz andere Beschwerden haben, die sie bei den Demonstrationen zum Ausdruck bringen. Die Presse ist für sie die „Lügenpresse“ und das nicht nur, weil sie sich von den Medien falsch verstanden und falsch dargestellt fühlen. Sie misstrauen der deutschen Presse im Generellen. Was in einem Land wie Deutschland doch massiv verwundert. Denn schließlich gilt bei uns Pressefreiheit. Jeder darf schreiben, was er möchte, solange seine Meinung im Einklang mit dem Grundgesetz steht. Und man kann unserem Journalismus eine hohe Qualität bescheinigen. Schließlich ist wie überall auch im Journalismus der Konkurrenzdruck groß und der die beste Qualität liefert gewinnt. Es ist schade, dass die PEGIDA Anhänger offenbar das Privileg der Pressefreiheit in unserem Land nicht zu schätzen wissen. Vielleicht sollten diese Menschen mal einige Zeit nach Russland gehen, um zu sehen, wie es ist, in einem repressiven Regime zu leben. Aber manchen scheint das auch nicht zu helfen. Denn die gucken scheinbar nur den ganzen Tag Russia Today. Denn sie fordern auf ihren Plakaten: Nie wieder Krieg mit Russland! Weg mit der Kriegshetzerregierung. Gerade so als hätte Deutschland sich illegal der Krim bemächtigt, Soldaten in ein fremdes Land geschickt, um Separatisten zu unterstützen und dabei noch – aus Versehen- eine Passagiermaschine vom Himmel geschossen und über 200 Zivilisten getötet.

Zwielichtige Führung

Zuletzt sind die Anführer und Redner von PEGIDA zum großen Teil ziemlich zwielichtige Gestalten. Menschen mit krimineller Vergangenheit, die im Internet klar ihre rechte Gesinnung demonstrieren und Verschwörungstheoretiker. Sie sind der Grund, warum man der PEGIDA Bewegung – vielleicht tatsächlich zu Unrecht- in die rechte Ecke gestellt wird und warum man ihr so viel Misstrauen entgegenbringt. Ich hoffe, wir können den Anhängern von PEGIDA ihre Ängste nehmen.

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