Warum sich keiner mehr mit Hitler beschäftigt

Heute, am 80, Jahrestag der Machtergreifung der Nationalsozialisten, erklärte der deutsche Historiker Thomas Weber in der FAZ (zum Artikel), warum seiner Meinung nach ein Stillstand in der NS Forschung eingetreten sei. Vier Fragen seien noch offen. Die Forschung suche aber nicht nach deren Antworten. Vielmehr gebe es zu viel vom gleichen Hitler, anstatt nach Zugängen zur Beantwortunge der offen Fragen zu suchen.Weber mag Recht haben damit, dass es einen Stillstand in der NS Forschung gibt. Grund für diesen Stilstand ist aber einfach auch der Umstand, dass die Literatur zu Hitler und dem Nationalsozialismus Legende ist. Die Forschung ist zu Details vorgedrungen, die nur noch eine kleine Minderheit der Bevölkerung, die Zunft der Zeithistoriker, interessiert.

Zugegebenermaßen gibt es auch heute noch Arbeiten, wie „Bloodlands“ von Timothy Snyder, die eine ganz neue Perspektive auf ein schon viel beackertes Forschungsfeld eröffnen.Sie sind aber selten. Und natürlich steht die Geschichtswissenschaft gegenbüber der Gesellschaft auch vor einem Legitimationszwang.Viel Steuergeld fließt jährlich in die Universitäten und verschiedene Forschungsprojekte. Aber zurecht darf man fragen, ob die Forschunsprojekte die Gelder wert sind. Speziell wo wir in einer Welt leben, in der alles nur noch auf den (vornehmlich) monetären Nutzen hin ausgerichtet ist.

In dieser Welt hat es Forschung schwierig, die sich mit dem immer gleichen Thema befasst. Vielleicht ist das auch richtig so. Die Geschichtswissenschaft ist keinesfalls eine so angestaubte Wissenschaft, die sich nur im Elfenbeinturm verkriecht, wie manche das glauben mögen. Auch wenn zugegebener Maßen (zu) viele Arbeiten zur Selbstbestätigung der Forschung dienen, oder nur für die Bewohner des Elfenbeinturms interessant sind. Geschichtsforschung muss sich, und tut es auch teilweise in der Wirtschafs- und Globalisierungsgeschichte, vielmehr mit den Problemen des Hier und Jetzt beschäftigen.

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Soll die deutsche Bundeswehr nach Mali?

Deutschland versteht sich außenpolitisch als Friedensmacht. Man bemüht sich seine außenpolitischen Ziele nur mit Hilfe von Soft Power durchzusetzen. Doch ganz ohne Einsatz der Armee kommt auch Deutschland nicht aus. Das liegt zum einen an der Mitgliedschaft in der Nato, der zum Beispiel den Einsatz in Afghanistan nötig machte, andererseits daran, dass man auch im eigenen Interesse teilweise die Armee einsetzen muss, wie im Beispiel der europäischen Atalanta Aktion am Horn von Afrika.

Vor kurzem hat sich Frankreich zu einem unilateralen Vorgehen gegen Jihadisten in Mali entschieden. Deutschland unterstützt diesen Einsatz lediglich mit zwei Transportmaschinen.  Der Ruf nach einer militärischen Unterstützung der französischen Truppen wird lauter.  (http://bit.ly/WuT8XK).

Die Meinungen über ein größeres Engagement der Bundesrepublik in Mali sind geteilt. Ich glaube, Deutschland sollte sich längerfristig gesehen stärker international beteiligen, auch an Kampfeinsätzen, wenn man seinem Wunsch nach einem ständigen Sitz im Sicherheitsrat Gehör verschaffen will. Doch bin ich nicht davon überzeugt, dass es gut wäre, mit den Franzosen seit an seit in Mali zu kämpfen. Der Grund für deren Einsatz scheint etwas fraglich. Dass die Franzosen nur wegen Ihrer eigenen Staatsbürger und um gegen den Terrorismus in Mali sind, ist vielleicht nur die halbe Wahrheit. Politische Interessen, wie die Uranversorgung spielen möglicherweise auch eine Rolle dabei.  Abgesehen davon erweckt die Militärregierung in Mali alles andere als einen seriösen Eindruck und in zweites Afghanistan zu rutschen und erneut die Leben junger deutscher Soldaten und Staatsbürger zu vergeuden ist auch keine gute Idee. Es ist meiner Meinung nach richtig, vor allem auf eine Unterstützung der afrikanischen Truppen zu setzen. Die alten Kolonialzeiten sind lange vorbei. Deswegen ist es umso besser, wenn die afrikanischen Staaten ihre Angelegenheit alleine regeln. Auch wenn das jetzt durch das französische Eingreifen unmöglich wurde. Zugegebenermaßen hat allerdings das französische Eingreifen gezeigt, dass die afrikanischen Staaten noch nicht dazu in der Lagen sind, ihre Dinge ganz allein zu regeln, also der Unterstützung von außen bedurften.

Was glaubt ihr, sollte sich Deutschland in Mali militärisch beteiligen?